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the route

this is the whole route with all the main stops.

next time I would love to see New Orleans, Dteroit, Chicago and Philadelphia

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Mammi Quesedilla

had a great veggie quesedilla with cheese and guacamole. You will never see how it looked like, just imagine how good it was.
She remembered me somehow of my mother.

(best Quesedilla in LA I had so far)

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Hollywood – walk of “fame”

best taco etc. in NY (and ever so far)

for everybody who goes to new york, check out this place.

4324 4th Ave, Brooklyn, NY 11220

http://www.tacoselbronco.com/

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Salt Lake Desert

This is part of the route from the PILOT gas station, where I was dumped by the bus driver, to Salt Lake City. I was pretty much left alone in the fucking salt lake desert. There was a Casino, a McDonals and the gas station, nothing more. I had to wait until the next morning at 5am for the next greyhound bus on that way, if I wouldn’t have found a shuttle bus who drove back to Salt Lake City, with a bunch of german retiree gamblers. In the bus we watched a movie with Robert Downey Jr. “Chances Are”, from 1989. You can hear the old woman behind me saying:”I didn’t get it”. That was a comment about the movie she made when, Robert Downey Jr. was reborn, with the soul of another person, who remembers his life before he died and tries to convince his wife, which is still alive that it’s him, only in another body and much younger.

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Motel Room 142

this is the motel room I spent the night at, to compensate the mistake greyhound had made by dropping me in the salt lake desert.
I loved to smoke in there and watch useless tv shows. All I needed was a minibar. although they had great breakfast with, waffles, pancakes, donuts, cupcake, potatoes, eggs, bacon, fruit loops, yoghurt, orange juice, coffee etc.

What happened so far…pt.2 (maybe no continue)

Abschließend sollte ich vielleicht noch einige Worte und Anekdoten der letzten 30 Tagen in den USA preisgeben. (Siehe bildhaftes in der Galerie unten)

An ein freies und gutes eNetz ranzukommen ist nicht so einfach, alles was man an „free-wifi“ bekommt,  reicht geradezu, um die Mails zu lesen. Foto/Video-Upload ist da nicht drin, daher die verspäteten Posts. Von nun an jedoch regelmäßig, denn da ist noch so einiges zu zeigen und erzählen.

Ich bin also am 15. Mai in Los Angeles angekommen, nachdem ich 3,5 Tage von New York über Richmond, Atlanta, El Paso, Dallas und Phoenix gebraucht habe, um in die Stadt der Engel zu gelangen. Ich erinnere daran dass ich zu dem Zeitpunkt bereits mein Fahrrad und mein Gepäck verloren hatte d.h. Ich war nur noch mit einem Laptop, einer Kamera und einem Stativ unterwegs. Außerdem hat mich die Reise durch die Wüste allmählich paranoid werden lassen. Ich habe zwischendurch begonnen eine Geschichte zu schreiben, die sehr gut und detailliert meine Ängste, beraubt zu werden, schildert. Dazu mehr in den nächsten Tagen.

Mein Hostel befand sich direkt am Hollywood Blvd. und was somit die Bleibe anbelangt, war alles in Ordnung. Bis auf die Tatsache, dass ich schockiert darüber war dass der Großteil der Leute die man auf dem sog. „walk of fame“ antrifft, diesen gezwungenermaßen bewohnen. (siehe blogpost „Hollywood – walk of „fame““) Die öffentlichen Busverbindungen in LA machen einem das Rumkommen einfach, allerdings muss man in Stunden rechnen und eben nicht in Minuten, egal wohin man sich bewegt. Nachdem man die bekannten Orte in der Stadt besucht hat, bleibt einem nur mehr ein eigenständiges Erforschen übrig. Letztendlich war ich sehr viel in Hollywood und erst später im Süden der Stadt, in Watts und Compton unterwegs, wovon ich einige Bilder der Simon Rodia Towers gepostet habe. Weiterhin war ich in Santa Monica Beach (bilder kommen noch) und da ich gleich ums Eck war, ist es sehr schade, dass ich nicht in einem Zug auch gleich Venice besucht habe. (Immerhin bin ich dazu gekommen ein Bild vom Pazifik zu machen, siehe unten) Wie gesagt, es handelt sich bei jeder Strecke um Stunden, und wenn es auf der Karte noch so nahe erscheint. Kein Mensch würde in LA weiter als einen Block zu Fuß laufen. Man würde zwar nicht auffallen, denn Verrückte gibt es genug auf der Straße, dennoch!

Am vierten Tag bin ich mit drei Franzosen, die ein Auto hatten, nach Las Vegas mitgefahren. Eigentlich bin ich gefahren, das war der Deal um mitzukommen. Das waren ziemliche Proleten und Partylöwen und dementsprechen musste ich diese Restalkoholisierten Idioten durch die Wüste Nevadas fahren. Anbei: Zwei der drei trugen elegante Fliegen um Eindruck auf die Frauen in den Clubs zu machen. „Es würde sie jeder(r) darauf ansprechen und somit einen guten Grund bieten um mit den ladies ins Gespräch zu kommen“. Ich habe das Autofahren auf amerikanischen Straßen sehr genossen. Die überholen kreuz und quer, links und rechts, scheinbar gibt es da keine Straßenverkehrsordnung, die dafür eine Regelung vorsieht bzw. ich habe es den anderen einfach gleichgetan. (bitte um aufklärung diesbezüglich)

Einmal in las Vegas angekommen (19. Mai), habe ich mir jedes Casino entlang des Las Vegas Blvd., dem sog. „Strip“, reingezogen. Erst das Exkalibur, wo ich meinen ersten Dollar in einem Casino verspielt habe. Das war auch das Hotel wo die Franzosen untergebracht waren. Zwei von ihnen waren Fassadenmaler und einer Banker der in Toronto arbeitete. Der Grund ihres Besuchs in LV war, eine springbreak-party.

Das Flanieren auf dem Strip hat sich sehr nach Oktoberfest (Wiesn) angefühlt. Einfach eine große Attraktion, mit viel Licht, mit sehr viel Licht (siehe Post „Welcome on board Space Ship Vegas “). Das, was sie in LV „Downtown“ nennen, ist ebenso wie in jeder anderen Stadt, die ich bislang besucht habe, der Dreh und Angelpunkt für Betrunkene, Drogenleichen und sonstige Fertige – wenn man sich mal unter den Abschaum mischt, ist der Unterhaltungsfaktor jedoch umso größer. Casino (italienisch „kleines Haus“ oder „Landhaus“) Im Umgangssprachlichen Italienisch wird „casino“ oft benutzt um einen Zustand des Chaos zu umschreiben!

Noch in derselben Nacht bin ich um 3 a.m. (20.Mai) zurück nach LA abgefahren, wo ich am nächsten Morgen in ein anderes Hostel in Inglewood eingecheckt habe. Wie ich in dem Text über LA bereits beschrieben habe, ist LA menschenfeindlich und das meine ich auch wirklich so. Als ich also wieder in „la la-land“ war, musste ich mir erstmal neue Schuhe kaufen, weil das ewige laufen mir unendliche Fußschmerzen bereitet hatte. Neues Model NIKE Free für 60$ Kindergröße und die Füße sind wie neu geboren.

Wer von euch schon mal eines der Spiele aus der GTA-Reihe gespielt hat, wird sicherlich in Erinnerung haben, dass die Spielfigur selbst bei kompletter Inaktivität, also beim Rumstehen auf der Straße, dennoch in das Straßengeschehen involviert wird. Ich habe den Größten Teil meiner Zeit mit dem flanieren auf der Straße verbracht. Ein Tagesticket für die Öffentlichen kostet nur fünt Dollar, insofern ist es sehr einfach kurze Strecken zurück zu legen um ins nächste Chaotennest zu gelangen. Ich habe noch nie so viele Leute erlebt die sich zeitgleich, gleichenorts, völlig unabhängig voneinander, so rege mit sich selbst unterhalten. (Erinnert ihr euch an meinen ägyptischen Freund, der sagte, “USA is like a big barn“?) Wie ich schon mal in einem vorherigen Post erwähnt hatte, laufen hier nur Irre auf der Straße rum, das führt dazu, dass man Reflexionsfläche für deren Sorgen und Freuden wird. Es ist unmöglich unbemerkt durch die Straßen zu laufen. Entweder wird man wegen einer Zigarette angeschnorrt oder gleich um Geld, „a quarter or a Dollar“. Sie lieben es, einen mit deren alltäglichen Problemen zu konfrontieren , was von der banalsten und absolut unnachvollziehbarsten, zur persönlich intimen Angelegenheit reichen kann. Meine Gesprächspartner waren dahingehend fraglos Egoisten, denen ich absolut nur zum Selbstzweck diente, meine Beteiligung war weder gefragt noch erwünscht, es ging nur um die menschliche Präsenz, um das eigene Anliegen loszuwerden. Es fühlt sich jedoch ehrlich an, nicht wie das falsche Spiel, das in unseren Gesellschaftskreisen gespielt wird, um angehört zu werden. Am letzten Abend in LA wurde ich endlich nach etwas wahrlich ehrlichem gefragt. Ich stand vor einem McDonald’s um ein Foto zu machen, da kam ein riesengroßer „bro daher und fragte mich eiskalt „can you get me a quarterpunder?“. SHURE! Wir haben also zusammen zu Abend gegessen bzw. er hat ein „double quarterpunder menue with fries and Coke“ verputzt. Ich konnte seiner Direktheit nicht wiederstehen und außerdem hatte ich nur auf den Tag gewartet an dem ich das Wort Quarterpunder außerhalb von Pulp Fiction zu hören bekomme.

Schwule sind mir auch hierzulande wohl gesonnen. „You look beautiful, I like your hair. Is it dyied? are you gay? I wish you were!; oder, „Wow, you are awesome! Look at him, isn’t he awesome?“. Es kommt des Öfteren vor, dass man völlig unerwartet angesprochen wird (ich, hauptsächlich von Homosexuellen). Mal ist es das T-Shirt, mal ist es das Cap, das Fahrrad (als ich es noch hatte), die Kamera. Man wird angesprochen ohne dass eine Antwort erwartet wird, wie bei der Frage, „How you doin?“. Was ungefähr der Frage entspricht, wie es einem geht oder wie es eben so läuft. [ERROR] Keiner erwartet daraufhin eine Antwort, schon garnicht wie es einem geht. Die beste Antwort ist yeah fine! Wie dem auch sei, auf den Straßen Amerikas wird einem nie langweilig. Unter „streetcats“ ist man gut aufgehoben und versteht sich.

Am 21.Mai habe ich mich dann auf den Weg nach San Francisco gemacht. SF ist wohl eine der schönsten Städte der Welt, die unterschiedliche Architektur ist nicht wirklich zuzuordnen. Eigentlich sind sich viele Häuser von der Grundstruktur sehr ähnlich, nur die äußere Fassade und so manches völlig unfunktionales Bauelement werden zur Verzierung zusätzlich angebracht. Kreuz und quer durch die Stadt findet man wunderschön(e) (verzierte) Häuser unterschiedlichster Prägung. Das flanieren in sf ist anders als in LA oder NY, was unter anderem daran liegen mag, dass es keine ebenen Straßenverläufe gibt, hier geht es ständig bergauf und -ab. Die unendlich langen Straßenschluchten in rapider Neigung oder Steigung bilden ein immer wiederkehrendes fotografisches Motiv und schon ist man wieder an dem Punkt, wo man entscheiden muss, ob man nun jede einzelne Fassade und Straße fotografiert oder sich auf eine beispielhafte Ansicht beschränkt. Allgemein würde ich San Francisco als ästhetische und fotogene Stadt bezeichnen. Es kommt einem so vor als schiene dort das Sonnenlicht durch einen Diffusionsfilter oder durch eine Glasscheibe. Alles erscheint kontrastreduziert und mit einem leichten grün/cyan-Stich. Sehr angenehm, sehr schön. (siehe blogpost San Francisco) Wovon SF jedoch nicht verschont bleibt ist die hohe Obdachlosigkeit und die streunenden „Streetcats“. Auf jeder größeren Straße findet man sie.Das stört das Stadtbild jedoch in keinster Weise, ganz im Gegenteil, das nimmt der Stadt vor allem in Downtown den sterilen Charakter einer Downtown. Außerdem bin ich durch den leichten Zugang mit den „cats“, des Öfteren mit Leuten ins Gespräch gekommen. Zum Beispiel Mike, der ununterbrochen, hektisch, unter Einfluss eines morgendlichen Alkohol- und Drogencocktails (wie er mir später gestand) an der Kreuzung Market & Powell umherspringt und seine zerknitterten Tageszeitungen an das Touristenvolk verkauft. Unsere Unterhaltung begann damit, dass er halb schreiend, halb lachend auf mich zukam: “Either I am loco, or you are standing here for almost two hours.“ (Ich wartete seit zwei Minuten auf einen Freund). „Hi my name is Mike! I’ve been here for four years, but it’s okay. I got a little bit to smoke, a little bit to drink and then I hit the street, eeeeevery morning . I sell these (zeigt auf seine Zeitungen) for 1$, you see? And that’s how I make a living. I make 976 bucks a month and pay 700 for the rent, the rest is for a little bit to drink and a little bit to smoke. I will never go back to Chicago, it’s so cold there that niggas turn white in winter“ (lacht lauthals).

An den nächsten beiden Tagen war ich in Twin Peaks; am Strand von wo aus man Alkatras sehen konnte und im Muir Wood Forest.

http://de.wikipedia.org/wiki/Twin_Peaks

(Wikipedia) Twin Peaks: Die Stadt Twin Peaks ist eine Erfindung von David Lynch. Gedreht wurden die Außenaufnahmen der TV-Serie in der Kleinstadt Snoqualmie (etwa 7815 Einwohner), 35 Kilometer östlich von Seattle in den Ausläufern der Cascade Range. Obwohl Lynch die Einwohnerzahl von Twin Peaks im Drehbuch auf 5.120 festgelegt hatte, setzte sich während der Produktion des Pilotfilms ABC mit dem Wunsch durch, die Größe auf mindestens 50.000 Einwohner festzusetzen. Lynch verzehnfachte die Einwohnerzahl dadurch, dass er am Ende eine 1 hinzufügte, weshalb die Zahl 51.201 auf dem Ortsschild im Vorspann von Twin Peaks zu lesen ist.

Eine Szene in Hitchcocks Vertigo (1958) zeigt den Querschnitt eines Sequoia am Eingang zum zum Miur Wood Forest, dort wo James Steward „Scottie“ Kim Novak aka „MadeleineElster“ aka „Judy Barton“ anhand der Baumringe mit den worten „here I was born…and here I died“ ihren Tod vorraus sieht. Jeder der Sans soleil von Marker gesehen hat, weiß die Szene um so mehr zu schätzen.

Das Beste an der bisherigen Reise kommt aber noch und ereignet sich irgendwo in der Salzwüste in der Nähe von Salt Lake City, um genau zu sein ca. 100 Meilen davon entfernt.

Ich habe San Francisco am 23.Mai um 1 a.m. verlassen. Um nach NY zu fahren, dazu war dreimaliges Umsteigen vorgesehen. Zunächst in Reno und ein weiteres Mal in Salt Lake City, um nach Denver zu kommen, von wo aus dann eine lange Reise ohne Umsteigen folgt, bis nach New York City Grand Central. Ich wäre eigentlich am 26.Mai um 5 a.m. in NYC angekommen, wenn da nicht noch ein kleines Abenteuer dazwischen gekommen wäre.

Auf der Fahrt von SF nach Reno ist alles gut verlaufen. Wir sind pünktlich angekommen, um den nächsten Bus nach Salt Lake City zu nehmen. Jedes Mal wenn ein Fahrer einen Bus übernimmt, hält er eine mehr oder weniger kurze Ansprache, was die Verhaltensregeln im Bus angeht. Man darf nicht auf der Toilette rauchen, man darf keine alkoholischen Getränke im Bus konsumieren, die Lautstärke sämtlicher tonausgebender Geräte soll gemäßigt bleiben, um den Nächsten und schon gar nicht den Übernächsten zu belästigen usw.

Dieser Busfahrer war bereits in seiner Ansprache etwas weniger freundlich und hat seine Disziplinsnummer sofort zum Besten gegeben. Knallhart seine Ansprache gehalten und losgefahren, während andere Busfahrer häufig ein bisschen „Soul“ mitbringen und bewusst für angenehme Stimmung sorgen.

Wie sollte es auch anders kommen, dass er kurz vor der ersten Raststätte noch mal betonen musste, dass er keine Sekunde lang auf irgendjemanden warten würde und wenn es sein müsse, auch einfach Leute stehen lassen würde. „Es würde ohnehin regelmäßig ein Bus vorbeikommen“.

Eine junge Frau hatte sich an der Schlange zur Toilette mit dem Softdrinkkauf verspätet und wurde tatsächlich einfach vor Ort sitzengelassen. Zum Glück musste der Fahrer einen großen Bogen um die Raststätte fahren, sodass sie es doch noch geschafft hat zuzusteigen. Der Busbastard ließ sie aufsteigen und musste anschließend wieder seine Offiziersnummer abziehen. Bla bla bla ich lass euch sitzen, was ist nur los mit euch etc. etc.

An der nächsten Raststätte war es wieder so weit. Alle Raus, alle wieder rein, doch einer hat gefehlt. Egal wir fahren los. Tür zu und los. Plötzlich hieß es „Hey we forgot somebody“, keine Sekunde später tauchte derjenige auch schon am Straßenrand mit einem riesengroßen Becher Coke auf. Der Busfahrer hält an, hält demjenigen von oben herab eine Rede und alles was man von draußen durch die Zustiegstüren hört ist, „Fuck you, I ain’t gettin’ on your motherfuckin’ bus. FUCK OFF! MOTHERFUCKER!“, das war Musik in meinen Ohren. Der Busfahrer schloss die Tür und musste scheinbar aus Frust über die Lausprecher noch ergänzen, dass der Typ der soeben das Boot verlassen hatte, gerade erst aus dem Knast gekommen war und an der vorherigen Raststätte zugestiegen war. Für mich war er ein König, keine Frage.

KLASSISCHER JUMP CUT…

Da stand ich plötzlich, PILOT GAS STATION, der Bus war abgefahren! Mit einem Softdrink in der einen Hand und meiner Kamera in der anderen. “Der Hurensohn hatte mich einfach mitten in der Wüste stehengelassen”. Links von mir die Salzwüste aka Salt Lake Desert, rechts von mir die fucking rocking mountains. Ein kurzer Anflug von Panik, gefolgt von einem Gefühl von absoluter Freiheit. Ich hatte bis dahin ohnehin das Gefühl nicht genug Besonderes erlebt zu haben. Keine Übernachtung im Motel, so far; kein Trampen auf dem Highway. Jetzt war es soweit. Ich positionierte mich vor dem Eingang der gas-station und fragte jeden der aus der verdammten Raststätte kam, ob er mich bis nach Salt Lake City mitnehmen könnte. Nach ungefähr einer Stunde und hundert Leuten, die mich nicht mitnehmen wollten, kam der „manager“ der Raststätte raus und meinte, ich soll mich verpissen, sonst rufe er die Bullen. Ich meinte zu ihm, dass die mich vielleicht mitnehmen könnten. Er hat den Braten gerochen und sagte nur: „Die schleppen dich genau in die andere Richtung und schmeißen dich in den Knast.“ Er war cool, muss man ihm lassen…“ok, Sir I’m leaving!“

Auf dem Weg zum gegenüberliegenden „Rainbow Casino“ kam mir ein Truckfahrer entgegen, der mich aus der Tanke wiedererkannt hatte. Er war Rumäne und sprach italienisch mit mir. Er fuhr leider in die andere Richtung, also blieb mir nichts anderes übrig als vor dem Casino zu fragen.

Letztendlich stellte sich heraus, dass in einer halben Stunde ein Shuttle nach Salt Lake City gefahren wäre und ich meinen Bus doch noch rechtzeitig bekommen hätte. So kam es auch.

Ich fuhr also mit einer deutschen Rentnergruppe, die frisch aus dem Casino an ihre Insulinzapfhähne chauffiert wurde. Auf der Fahrt nach SLC schauten wir uns ein komisches Liebesdrama mit Robert Downey Jr. an. In dem Film stirbt ein Mann, der seine schwangere Ehefrau und seinen besten Freund zurücklässt. Dieser wird jedoch im Körper Robert D. Jr.’s mit dem Gedächtnis aus seinem vorherigen Leben wiedergeboren. Er verliebt sich in seine eigene Tochter und gelangt durch die Nähe zur Mutter, wieder zu seinem ursprünglichen Gedächtnis. Er versucht also vergeblich seiner Frau und seinem besten Freund, der in den vergangenen 23 Jahren auf dessen Frau aufgepasst hat, klar zu machen, dass er in einem anderen Körper wiedergeboren wurde etc. etc. Schlussendlich wird die Reinkarnation von einer Art höherem Wesen rückgängig gemacht und er verliebt sich mit seiner eigenen Seele in die Tochter der Frau, die er mit der anderen Seele geliebt hatte. „Ist das nun Inzucht oder nicht?“, fragte eine alte Frau im Bus am Ende des Films. Der Titel war, Chances Are (1989) http://en.wikipedia.org/wiki/Chances_Are_(film)

Ich kam rechtzeitig in SLC an, um den Anschluss nach Denver zu bekommen. Als ich also 15 Minuten vor Abfahrt ankam, wussten bereits alle vor Ort bescheid, da ich mir die Nummer der Greyhoundstation von SLC hatte geben lassen und alle in Kenntnis gesetzt hatte. Ich war der letzte in der Schlange, doch das war mir egal, bis zu dem Moment an dem mir und den zwei vor mir der Zustieg zum Bus verweigert wurde, weil dieser voll war. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

WHATTTT? Kein Platz mehr? Nachdem ich in der Wüste abgesetzt wurde und mir einen Liebesfilm mit fucking RDJr angesehen hatte? NO WAY!!!

Ich formulierte einen Satz, der aus einem Wutang, NAS oder CAGE Album hätte stammen können und versuchte dabei, so oft wie möglich die Wörter FUCK, MOTHERFUCKER, SHIT und NAZI zu verwenden. Mein Schimpfworthagel muss einen großen Eindruck gemacht haben.

Mir wurde an der Rezeption sofort ein Hotel gebucht und ein Shuttle gerufen, dass mich abholen sollte und am nächsten Morgen pünktlich zum nächsten Anschluss um 7.30 a.m. nach Denver fahren würde. Ich verlangte, obwohl ich keinen Hunger hatte noch ein Abendessen, woraufhin ich mit abgepackten Toasts: Ham&Cheese; Tuna&Tomato; Beef&Swiss; Turkey&Salad, Schokoriegeln, Chips, Gebäck, M&Ms und Cola überhäuft wurde. Die anderen beiden hatten nichts bekommen, also gab ich meinen Fraß dem kleinen fetten Mädchen, das ebenfalls mit mir in SLC übernachten musste.

Letztendlich kamen wir in einem großartigen Motel unter. Ich war wunschlos glücklich. Ich legte mich ohne eine Sekunde zu zögern mit den Schuhen aufs, öffnete alle abgepackten sinnlosen Utensilien die in dem Raum so verteilt lagen, abgepackte Seife, abgepackte Zahnbürste und Zahnpasta, Shampoo, Kaffeebeutel, Handtücher, Hausschuhe etc. („abgepackte Freunde“ – Fight Club) Ich zündete, ohne sie zu Ende zu rauchen, eine Willkommenszigarette an und drückte sie auf der Kommode aus, drehte den Fernseher auf volle Lautstärke und sah mir die Late Night Show mit Larry King an. Ich ging dann (ohne den TV aus zu machen) ca. zwei Stunden lang duschen und machte unendlichen Krach. Hätte es eine Minibar gegeben, wär mein Tag perfekt gewesen.

Am nächsten Morgen gab es königliches Frühstück mit Rührei, Kartoffelzeug, Orangen, Äpfeln, frischen Waffeln, Muffins, Donuts, Kelloggs, Gebäck, sogar Fruit Loops uvm. Ich war der erste am Buffet, aß einen Donut, trank zwei Tassen Kaffee und füllte mir unbemerkt einige Teller für die lange Reise ab, die ich in einer großen Plastiktüte mitschleppte. Heute, drei Tage später, sind noch immer abgepackte Fruit Loops und Haferflocken mit Apfel-Zimt dabei.

Das war’s soweit! Sitze nun schon 50 Stunden im Bus, neben mir ein fetter amerikanischer Jugendlicher der ständig einschläft, schnarcht und mir auf die Schulter sabbert. Seine verdammte Mutter sitzt daneben, surft im Internet auf Facebook und trinkt ihren Liter frozen Latte. (remember the big barn!)

Lang lebe Amerika!

Heute ist der 25.Mai, 23.18 h.